Auf Einladung des Sister City Comittees (SCC) aus Belvidere reisten am Donnerstag 19.9.24 drei Mitglieder des Schwieberdinger Städte-Partnerschaftsvereins (SPV), eine Gemeinderätin mit Ehemann und der Schwieberdinger Feuerwehrchef in die USA.
Anlass hierzu war das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Belvidere und Vaux-le-Pénil und 36 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Schwieberdingen und Belvidere. Nach einer kurzfristigen Annullierung des ursprünglich geplanten Fluges kamen wir mit ca. 2000 km Umweg und über 4 Stunden Verspätung abends in Chicago O´Hare an, wo wir bereits von Brad Peters vom SCC erwartet wurden. Da die ebenfalls an diesem Tag angereiste Delegation aus unserer Partnerstadt Vaux-le-Pénil in Frankreich pünktlich gewesen war, holte er uns mit dem Taxi ab. Wir erreichten Belvidere nach einer starken halben Stunde, wo wir von einer kleinen Gruppe mit großem, bunten „Schwieberdingen“–Schild und unseren Gastgebern herzlich empfangen wurden. Nach über 21 Stunden von Haustür zu Haustür waren wir erschöpft aber glücklich, endlich angekommen zu sein.
Am Freitagmorgen um 9 Uhr waren alle Teilnehmer des Tri-Nationalen-Treffens in das Rathaus von Belvidere eingeladen. Dort trafen wir dann auch auf die französische Delegation, die mit sechs Mitgliedern des Comité de Jumelage (CdJ) und fünf Vertretern der Stadt Vaux-le-Pénil angereist war. Es war sehr schön unsere französischen Freunde in Belvidere zu treffen. Zuerst begrüßte dann Linda Castro-Sebena, die Vizepräsidentin des SCC alle deutschen und französischen Gäste sowie alle anderen Anwesenden und leitete dann durch das Programm. Es folgten Ansprachen der Vertreterin des französischen CdJ, des Vertreters des Bürgermeisters aus Vaux-le-Pénil, des Bürgermeisters von Belvidere Clint Morris, Jürgen Jonetzko, dem Schwieberdinger Feuerwehrkommandanten, der Grüße und Geschenke für die Feuerwehr in Belvidere mitgebracht hatte und Gabi Utz vom SPV, die die vom Vorsitzenden des SPV Bernhard Haudeck mitgesandte Rede verlas. Alle Ansprachen hatten die selben Inhalte: Dankbarkeit für die Einladung, die Freundschaft und langjährige Partnerschaft zwischen den drei Städten und Stolz auf die sehr seltene Konstellation der dreifachen und gegenseitigen Städtepartnerschaft zwischen Belvidere, Schwieberdingen und Vaux-le-Pénil. Aber das Wichtigste in allen Ansprachen waren der gelebte gegenseitige Respekt, das ständige Kennenlernen der Kultur und der Lebensart und somit dem gegenseitigen Verständnis für einander. Genannt wurde hier explizit auch der jährliche Jugendaustausch zwischen Belvidere und Vaux-le-Pénil und Belvidere und Schwieberdingen. Das Fazit bei allen war, dass die Welt weit besser aussehen würde, wenn es mehr von dieser gelebten Freundschaft und des Respektes gäbe. Nicht zuletzt wurde dankbar den Gründern des SCC Sara und Bill Wolf und aller Freunde, die nicht mehr bei den Treffen dabei sein können, gedacht, bevor den Schwestern Linda Castro-Sebena und Liza Wolfe ganz herzlich für die gesamte Organisation des Treffens gedankt wurde. Dann übergaben die französischen Freunde noch als Gastgeschenk des CdJ einen wunderschönen Wandteppich. Mit einem kleinen Sektumtrunk wurde der erste offizielle Teil des Vormittags beendet.

Weiter ging es dann bei strahlendem Sonnenschein und schon fast 30°C gleich neben dem Rathaus auf dem Platz der drei Nationalfahnen. Hier, neben der einst vom Musikverein Schwieberdingen gestifteten Parkbank wurde eine weitere Parkbank, gestiftet von Vaux-le-Pénil und der, von der Gemeinde Schwieberdingen gestiftete Zierkirschenbaum auf dem gleichen Platz als Geschenke an Belvidere übergeben. Der nächste Programmpunkt erfolgte quer über die Straße. Belvidere, bekannt als „City oft he murals“ (Stadt der Wandgemälde an Häusern), hatte extra zum Tri-Nationalen-Treffen 2024 ein neues Wandgemäldemit Hilfe von großzügigen Spendern machen lassen, das unter Mitwirkung zweier Highschoolbands, die zuerst die drei Nationalhymnen spielen, der Öffentlichkeit übergeben wurde. Mit weiteren Darbietungen der Highschoolbands zurück am Fahnenplatz endete der offizielle Vormittag.

Im benachbarten Boone County Museum war in der Zwischenzeit ein amerikanisches Lunchbuffet, bestehend aus Sandwiches, Obstbechern und diversen Knabbersachen und Süßigkeiten aufgebaut worden, wo sich alle Teilnehmer vor, nach oder ohne der Besichtigung des Museums stärken konnten. Danach ging es weiter zu General Mills, einer großen Firma in Belvidere, die in früheren Zeiten als Green Giant Gemüse in Dosen gebracht hatte und heute nach etlichen Fusionen und Firmenzukäufen etc. im großen General Mills Konzern (Produkte wie Pillsbury, Cheerios, Natural Valley, Yoplait…) hauptsächlich „gesunde“ Müsliriegel aller Art herstellt. In einer sehr interessanten Präsentation wurden uns Geschichte und Produktion der Firma erklärt. Nun sah das Programm eine Erholungspause vor, die alle individuell verbrachten.
Zum Abendessen und Abschluss des ereignisreichen Tages traf man sich dann wieder im Funderberg House zu leckerem Fingerfood wie Fleischbällchen, Würstchen im Speckmantel, Käsebrunnen zu Gemüsesticks und Cackern und Schokobrunnen mit frischem Obst. Dieses 740 m² große Herrenhaus aus dem Jahr 1906 wurde von der Tochter eines Bürgerkriegsgenerals gebaut und in den späten 1930 Jahren von der Industriellenfamilien Funderburg gekauft. Diese hat den Besitz Ende 2019 an die Historische Gesellschaft übertragen. Die hat es liebevoll restauriert und im alten Stil als Museum eingerichtet.
Der Samstag führte uns, wieder bei herrlichstem Wetter nach Wisconsin an den Lake Geneva. Dort erwartete uns eine zweieinhalbstündige Lunchcruise mit dem Schiff über den See. Während der Kapitän uns rund um den See fast alle sichtbaren Gebäude, teilweise burg- oder schlossähnlich, mit riesigen Parkanlagen erklärte und uns über die Eigentümer und auch über die Kaufpreise (bis zu 36 Mio. Dollar) informierte wurden Vorspeise, Hauptspeise und Dessert serviert. Gut gelaunt verließen wir das Schiff, machten ein schönes Gruppenbild und nutzen den restlichen Nachmittag und Abend individuell z. B. mit shoppen oder dem Besuch der Feuerwache.

Der Sonntag war bis um 16 Uhr zum Abschiedsfest, da die Franzosen bereits am Montag abreisten, zur freien Verfügung und wurde bei abgestürzten Temperaturen und Regen mit den Gastfamilien verbracht. Typisch amerikanisch wurde bei dem angekündigten BBQ nicht, wie von uns vermutet, gegrillt, sondern ein „Foodtruck“ brachte pulled Pork and Beef, baked Beans und american Potatosalad! Zum Dessert gab es sehr gehaltvolle, toll dekorierte, selbstgebackene Torten. Eine mit Vaux-le-Pénil-Deko eine mit Schwieberdingen-Deko. Dann wurde gefeiert. Die engagierte Countryband machte ordentlich Stimmung und so manche schwangen das Tanzbein. Dazu kamen etwas später noch zwei Lehrer für Linedance, die uns geduldig mehrere Variationen beibrachten.

Mit viel Gelächter und Spaß versuchten wir die vorgegebenen Schrittfolgen und traten uns nicht wenig bei falscher Richtungswahl auf die Zehen. An diesem Abend gab es nochmal Dankesworte, für die angereisten Delegationen aus Vaux-le-Pénil und Schwieberdingen für die weite Reise und Teilnahme an diesem Treffen, von diesen für die herzliche Gastfreundschaft und die wundervollen Tage und an alle, die in irgendeiner Weise an dem Gelingen des Treffens beteiligt waren. Als Abschiedsgeschenk erhielten beide Delegationsvertreterinnen je eine amerikanische Flagge und alle Teilnehmenden einen Umschlag der u.a. das Gruppenbild vom Lake Geneva enthielt. Dann mussten wir uns schon wieder von den französischen Freunden verabschieden. A bientôt 2025 in Deutschland! Der Montag war ohne Programm und so entschieden wir uns in Begleitung von Linda mit dem Zug nach Chicago zu fahren. Da es auch in Amerika nicht in jeder Stadt einen Bahnhof gibt mussten wir erstmal zu früher Morgenstunde 30 km nach Harvard zum Bahnhof gebracht werden.

Pünktlichst um 7 Uhr 50 ging es dann auf die eineinhalbstündige Fahrt. Bis zur Rückfahrt kurz vor 18 Uhr erkundeten wir Chicago zu Fuß. Wir waren am Willistower (früher Searstower), am riesigen Buckingham Springbrunnen, durch den Milleniumpark an der „Bean“, am Navy Pier, wo wir zu Mittag aßen und jeder einige Zeit zur eigenen Verfügung hatte um dann zum Chicagoriver zu laufen und dort eine „architectural Cruise“ zu machen. Nach 90 Minuten hatten wir viel gesehen und noch mehr interessante Informationen erhalten. Und schon war der Tag vorbei und wir fuhren zurück.

Der Dienstagvormittag diente zum Kofferpacken und Abschiednehmen von unseren Gastgebern. Mit dem Bus oder dem Auto ging es zum Flughafen wo wir dann gemeinsam den Heimflug antraten. Punkt 12 Uhr am Mittwoch hatte Schwieberdingen uns wieder und wir konnten auf ereignisreiche, tolle Tage, mit vielen Eindrücken und neuen, oder alten und aufgefrischten, Bekanntschaften, die keiner von uns missen wollte zurückblicken. Diese, wenn auch kurze, Reise hat sich auf alle Fälle gelohnt! Vielleicht finden sich bei der nächsten Gelegenheit ja wieder mehr „Mitreisewillige“. Allen Jugendlichen und Eltern sei der nächste Jugendaustausch mit Belvidere im Sommer 2025 (Ausschreibung zur Anmeldung im Blättle Anfang 2025) ans Herz gelegt. Die Aufnahme von Jugendlichen aus Belvidere und der darauf folgende Aufenthalt in den USA ist auf jeden Fall eine tolle Erfahrung! Wer möchte kann die Tage des Treffens auf Facebook @SistercitiesBelvidere nachverfolgen.
