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SPV Schwieberdingen | Winterwanderung

26. - 28. April 2024 | Deutsch-Französisches Treffen | Bericht

Am letzten Aprilwochenende nahmen 52 Mitglieder des Städte-Partnerschaftsvereins die Einladung der französischen Freunde zum alljährlichen Treffen an. Nachdem im letzten Jahr wir nach Konstanz eingeladen hatten, fuhren wir nun nach Dijon im Burgund.

Auch wenn die Wettervorhersage schon ahnen ließ, dass es in Schwieberdingen an diesem Wochenende um einiges schöner werden würde, war die Stimmung von Anfang an sehr gut. Nach einer guten Fahrt ohne Staus etc. bremsten uns zu niedrige Eisenbahnbrücken und Oberleitungen so aus, dass wir fast eine Stunde in Dijon zum Hotel brauchten.

Endlich angekommen, wurden wir schon von einigen französischen Freunden im Hotelfoyer freudig begrüßt und bereits nach einer Stunde begann das minutiös ausgearbeitete Wochenendprogramm mit einer ersten Stadtbesichtigung von Dijon. In insgesamt vier Gruppen gingen wir mit fachkundiger Führung durch Dijon. Wir erfuhren Geschichte und Geschichten, kamen an verschiedenen historischen und geschichtlich bedeutenden Gebäuden und Plätzen vorbei wie dem Palast der Herzöge, dem Etats de Bourgogne, der Kirche Notre-Dame, wunderbaren Stadthäusern und durch schöne mittelalterliche Gassen. Auch, dass es nicht nur den berühmten Senf in Dijon gibt sondern auch eine besondere Art von Lebkuchen und - wer hätte das gedacht - der „Kir“ (Weißwein mit Johannisbeerlikör „Cassis“) von einem ehemaligen Bürgermeister der Stadt erfunden wurde, haben wir erfahren. Ziemlich durchgefroren ging es nach eineinhalb Stunden zurück zum Hotel, wo wir mit dem Abendessen den Tag ausklingen ließen.

Bereits um 7 Uhr 30 ging es am Samstag los in Richtung Beaune über die Weinstrasse. Rechts und links unseres Weges kamen wir vorbei an den genau nach spezifischen Charakteren, Bodenbeschaffenheiten und Rebenart abgegrenzten Einzellagen den sogenannten „Climats“. Auffallend waren die extrem niedrigen Rebstöcke, die schon beim Ansehen die Rückenschmerzen der Bearbeitung und Lese erahnen ließen. In Beaune besichtigten wir mit Audioguides das „L’Hôtel-Dieu“. Dieses Hospital wurde 1443 vom Kanzler des Herzogs von Burgund, Nicolas Rolin mit seiner Frau als „Platz für die Armen“ gegründet. Mit bester materieller und personeller Ausstattung wurden hier vor allem Arme behandelt und auch mit Essen versorgt. Wir sahen u.a. den großen Saal der Armen, in dem die Betten stehen, die  Küche, das Labor und die Apotheke. Durch jährliche Zuwendungen und ein entsprechendes Vermächtnis der Gründer konnte hier letztendlich bis 1971 Wohltätigkeit und Pflege den Menschen zuteilwerden.  Danach ging dies in das heutige Krankenhaus über.

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Von Beaune führte und unser Weg dann wieder in Richtung Dijon, wo wir nach ungefähr der Hälfte der Strecke den Höhepunkt des Wochenendes erreichten. Durch besonderen Einsatz der Freunde aus Vaux-le-Pénil wurde es uns ermöglicht, das Weinschloss „Clos de Vougeot“ erst mit einer privaten Führung zu besichtigen und dann dort ein wahrlich fürstliches Mittagessen zu genießen. Das „Clos de Vougeot“ gehört wohl zu den bekanntesten Grand-Cru Weinlagen des Burgunds, ist weltbekannt und kann durch seine Gründung durch die Zisterzienser um 1100 auf mehr als 900 Jahre Bestehen zurückschauen. Die Mönche bauten eine Mauer um das gesamte Anwesen, was es  zum „Clos“ (eingezäuntes Grundstück) machte. Fast 700 Jahre kelterten die Mönche hier Spitzenweine, bevor dann im Zuge der französischen Revolution die Klöster enteignet wurden und das Klostergebäude verfiel. Nicht so die Weinberge, die zunächst an Privatleute und dann an einen Weinhändler gingen. 1944 wurde das Anwesen auf die Weinbrüderschaft „Confrerie du Tastevin“ übertragen, die noch heute dort ihren Sitz hat, ihre Weinversteigerungen und zweimal jährlich große Essen für die gesamte Brüderschaft  durchführt.

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Nach der Besichtigung gab es in der alten Kelter, in der die älteste Weinpresse aus dem 15. Jahrhundert noch einmal jährlich zum Pressen des Aperitifs für die Brüderschaft in Betrieb genommen wird, auch für uns einen Aperitif und kleine, leckere Häppchen zum Magenanwärmen. Danach durften wir im Schloss, den mit festlich gedeckten Tischen, großen Ehrensaal zum Mittagessen betreten. Hier erwartete uns ein wahrer Gaumenschmaus und durch das schöne Anrichten auch Augenschmaus. Von der Vorspeise einem Souflé von der Forelle in einer speziellen Sauce ging es zum gefüllten Brust des Schwarzfederhuhns mit Estragon-Pilzrahmsauce, einer Auswahl von Käse aus dem Burgund und zum Abschluß noch zu einem Schokoküchlein und Kaffee und Süßigkeiten.  Alle Gänge wurden begleitet von korrespondierenden Weinen. Das alles in einem wunderbaren Saal mit einer riesigen Anzahl an überaus freundlichem und aufmerksamem Personal ließ absolut keine Wünsche offen. In diesem tollen Rahmen würdigten wir dann Bernhard Haudeck mit einer kurzen Ansprache durch den 2. Vorsitzenden Dr. Joachim Kuntzer und Übergabe einer Urkunde und Ehrennadel für 25 Jahre Mitgliedschaft und davon 22 Jahre im Vorstand. Während des Essens überraschte noch ein Herrensextett unserer französischen Freunde mit ein paar wunderbar vorgetragenen Liedern.

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Mit einiger Verspätung laut der Planung fuhren wir dann zurück nach Dijon, wo jeder Freizeit bekam um die „Cité internationale de la Gastronomie et du Vin“ eine Art kleiner Dauermesse über Wein und Gastronomie zu besuchen, einzukaufen, in die Stadt zu schlendern oder ins Hotel zurück zu kehren. Da das Programm an diesem Tag recht anstrengend gewesen war, wurde das Abendessen wahlweise im Hotel oder in einer schnuckeligen, kleinen Weinbar mit tollen Käse- und Wurstplatten und gutem Wein eingenommen. Wir hielten uns in verschiedenen kleinen Räumen auf, wo man ins Gespräch kam und auch der Herrensextett wieder zur Unterhaltung beitrug. So klang der zweite Tag aus.

Am Sonntag wurden nach dem Frühstück schon wieder die Busse beladen und wir starteten zum zweiten Teil der Besichtigung von Dijon „Die Herzöge von Burgund und ihr Palast“. Los ging es an der Rückseite des Herzogpalastes in die Kirche Notre-Dame bei der wir außen am hinteren Teil die kleine Steineule streichelten, der wir so manchen Wunsch anvertrauten… weiter ging es vorbei am Lebkuchenladen in den Herzogspalast um dort die historischen Säle des Museums der schönen Künste, den Wachsaal und die Herzogsgräber anzusehen. Nach der Besichtigung und Gelegenheit noch Senf, Lebkuchen o.ä. einzukaufen gab es ein weiteres leckeres Mittagessen bevor wir uns zu den Bussen begaben und dort mit dem traditionellen gemeinsamen Lied „Nehmt Abschied Brüder“ uns von unseren französischen Freunden zu verabschieden und die Heimfahrt anzutreten.

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So ging ein wunderbares, harmonisches, freundschaftliches Treffen zu Ende und wir bedanken uns ganz herzlich bei unsren Freunden. Wenigstens im Kleinen funktioniert bei uns die Völkerverständigung und die friedvolle Freundschaft. Das nächste Treffen mit Freunden aus Vaux-le-Pénil wird im September in den USA beim Tri-nationalen-Treffen in Belvidere, unserer weiteren Partnerstadt, stattfinden und dann im nächsten Jahr wieder in Deutschland.

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Der Städte-Partnerschaftsverein Schwieberdingen bedankt sich bei seinen französischen Freunden für dieses unvergessliche Wochenende und freut sich auf 2025, wo wir uns in dieser großen Gruppe in einer schönen Gegend in Deutschland wiedersehen werden.

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Städte-Partnerschaftsverein Schwieberdingen

Die Gemeinde Schwieberdingen unterhält seit 1990 eine offizielle Städte-Partnerschaft mit Vaux-le-Pénil. Ihren Ursprung hatte diese Städte-Partnerschaft, als im Jahr 1983 der Schüleraustausch zwischen dem Collège »La Mare aux Champs« und der Realschule Schwieberdingen-Hemmingen begann.

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